MY BERLIN WEEKEND GUIDE

Sie ist wohl die häufigste Frage, die ich von euch auf Instagram gestellt bekomme: “Ich bin nächstes Wochenende in Berlin, hast du Tipps zum Essen und was man sonst so Cooles machen kann?” … so, oder so ähnlich lauten eure Nachrichten meist. Und ich muss sagen, shame on me, dass ich diesen “Guide” nicht schon früher in Angriff genommen habe. Das Wort “Guide” ist an sich echt so groß, so, als würde ich diese Stadt in- und auswendig kennen und mich irgendwo hoch stellen, haha – tu ich nicht und kann ich nicht! Gehe ich nämlich mal eine Woche nicht in einen bestimmten Bezirk, gibt’s schon wieder etwas Neues an jeder Ecke. “Wenn ich nur ein Wochenende in Berlin hätte” – wollen wir es vielleicht so nennen? Wir gehen an diesem Wochenende mal davon aus, dass ihr Dinge wie das Holocaust-Denkmal, Brandenburger Tor und East Side Gallery bereits kennt, ja?
Also, auf geht’s in den imaginären Zug / Auto / Flieger, von wo immer ihr auch herkommt und wir kommen an an einem …

FREITAG ABEND

Entgegen jeglicher Fragen nach Übernachtungstipps muss ich leider gestehen, dass ich in Berlin noch nie im Hotel geschlafen habe, nur als Teenie mal mit der Schule in der Jugendherberge und sonst immer bei Freunden. An sich ist Airbnb aber meiner Meinung nach überall eine gute Sache und auch die Motel One Hotels kann ich bisher in anderen Städten empfehlen. Als Bezirke würde ich euch Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Mitte und Kreuzberg zum wohnen empfehlen, am besten Nah an einer U- oder S-Bahn und je nachdem, was ihr so machen wollt. Essen könnt ihr überall super, wenn ihr nur zum feiern kommt, bleibt am besten gleich in Friedrichshain. 😉

Je nachdem, wann ihr einkommt, solltet ihr nach dem Einchecken gleich mal nach Kreuzburg zur U8 Schönleinstraße fahren, dort noch bis 18 Uhr den Markt am Maybachufer abklappern und euch eine Wassermelone für gefühlt geschenkt (um 18 Uhr schließen die Stände und die HändlerInnen wollen gerne alles loswerden) oder einen begaben Donut bei Brammibal holen – ja, sie sind so unfassbar lecker, wie sie aussehen – und euch damit an die Spree setzen.

Danach macht ihr euch gleich mal auf nach Neukölln, steigt an der U7 Rathaus Neukölln aus, geht in die Arkaden und fahrt dort in den 5. Stock, wo ihr durch das Parkhaus zum Klunkerkranich lauft. Eine super schöne Bar, in der ihr im vorderen Bereich, dem Garten, eure eigenen Getränke mitbringen könnt, oder in der eigentlichen Area und Bar für 3€ Eintritt (Ausweis nicht vergessen, ich muss meinen dort irgendwie immer zeigen haha) einen wahnsinnig schönen Blick über Berlin habt und meist auch ganz toller Musik lauschen könnt.

Falls euch Neukölln zu weit ist, bleibt ihr entweder

  1. gleich in Kreuzberg, lauft Richtung Cottbusser Tor, holt euch dort einen veganen Burger bei Attila (falls euch das nichts ist, um den Kotti herum gibt es so viele tolle Restaurants) und guckt, was an diesem Abend im Freiluftkino läuft. Mein absolut liebstes Freiluftkino, da die Kulisse einmalig ist, weil es einfach zum Sommer dazugehört, dort hinzugehen, und weil man seine eigenen Süßigkeiten mitbringen darf. 🙂
  2. oder fahrt in den Bergmannkiez (U7 Gneisenaustraße) und geht bei Umami lecker vietnamesisch essen, schlendert noch ein wenig durch die Straßen und guckt in der Markthalle 9 vorbei.

veganes Fast-Food bei Attilla Hildmann in Kreuzberg. Mein Favorit ist der Sushi-Burger!

Das Abendprogramm wäre für die Grannies unter uns gedeckt, was ich nach einem Tag mit Anreise gut verstehen kann. Gefeiert wird erst morgen. 😉

SAMSTAG

Je nachdem, wohin es euch gestern noch verschlagen hat, gibt’s natürlich erst mal Frühsport! Es gibt so viele Laufgruppen in Berlin, denen ihr euch anschließen könnt, Yoga im Volkspark Friedrichshain, oder mein Favorit: Spinnig im Ride.

Danach geht’s gemütlich frühstücken. Und Vorsicht: zwar ist vor 9:30 gefühlt noch keiner in dieser Stadt aufgestanden, ab dann wird’s am Wochenende aber in vielen Cafés ziemlich voll. Wenn ich mal einen Platz ergattere sind meine Favoriten: Speiserei No. 58 (siehe dieser Blogpost), der Haferkater, Factory Girl, Café Bondi, neue Liebe, My Goodness, Father Carpenter und das Café Morgenrot.

Porridge im Haferkater – geht immer.

 

Dann geht’s weiter bisschen bummeln. Um die Eberswalder Straße-Danziger Straße und Kastanienallee gibt es super viele schöne Vintage Shops, wie z.B. Vintage Revivals, in Kreuzberg Picknick Weight (den in Mitte mag ich persönlich aber nicht so gern), aber viele sind so klein, dass mir gerade gar nicht die Namen einfallen. Haltet einfach die Augen offen und ihr werdet gerade in der Gegend so viele kleine Boutiquen, Plattenläden und Einrichtungsgeschäfte finden. Sehr gerne stöbere ich auch bei 24 Colors, Kauf Dich Glücklich (da auch gleich eine Waffel essen, ok? Ok.), Broke und Schön und WrstBhvr. Mein liebster Buchladen ist übrigens kein Geheimnis: das Kulturkaufhaus Dussmann an der Friedrichstraße bietet auf mehreren Stockwerken nicht nur alles, was ihr euch an Büchern, Musik, Zeitungen und Karten vorstellen könnt, auch liebe ich die Atmosphäre und das kleine Café darin. Wenn ihr in der Gegend geblieben seid, holt euch auch gleich eine Bowl oder einen Salat bei Beets & Roots – ich stelle hier am liebsten meinen eigenen zusammen, kann euch aber auch die Protein Bowl ans Herz legen! Mein liebster veganer Vietnamese ist das Cat-Tuong. Alternativ ist um die Ecke auch Shiso Burger, super leckere und günstige Pizzastücke bei La Pausa am Rosenthaler Platz oder der Vietnamese Fam Dang, für alle, die nicht so viel Lust auf Grünzeug haben.

Cat-Tuong, Prenzlauer Berg

Nach einer kleinen Verschnaufpause macht ihr euch dann wieder auf den Weg nach Neukölln, steigt U8 Leiestraße oder U8 Bodinstraße aus und lauft zu Fuß zum Neuköllner Ende des Tempelhofer Feldes und stoppt davor noch beim nächsten Späti für euch Naschis und Mate. Wenn ihr dort angekommen seid, dürft ihr erst mal staunen! Das ehemalige Flughafengelände ist einer meiner liebsten Spots in ganz Berlin. Wenn man in die Mitte hineinläuft, bilde ich mir sogar ein, dass man gar keinen Verkehrslärm mehr hören kann – es ist auf einmal, als wäre man ganz weit draußen aus der Stadt. Guckt euch auf jeden Fall auch die das Schrebergarten-Projekt auf dem Feld an, wo viele Leute Sonnenblumen, Tomaten und anderes Obst und Gemüse anbauen. Ich schlendere hier so gerne durch, rieche an allen Blumen, die ich sehe und manchmal kommt man auch mit den GärtnerInnen ins Gespräch! Dann wird es Zeit, sich einen Fleck auf dem Hügel am Eingang zu suchen, wo ihr hergekommen seid, denn von hier sieht man den wohl schönsten Sonnenuntergang, viele Leute machen Musik oder zeigen, was sie so beim Drachensteigen und Skateboarden drauf haben.

Für ein wenig Inspiration zum Abendessen guckt gerne mal bei diesen Beiträgen vorbei!
Und Freunde, jetzt ist es soweit. Es ist Samstag und die ganze Stadt wird bis Montag früh nicht mehr leise werden, also könnt ihr euch auch gleich losmachen. Bitte keine Scheu vor’m frühen Weggehen, ich bin der Meinung dass das genau so gut sein kann, wie mitten in der Nacht loszugehen, je nachdem wann und wie die Veranstaltungen in Clubs beginnen bzw. enden. Generell würde ich immer bei Residentadvisor checken, was an dem Wochenende wo los ist, denn gerade im Sommer sind meist viel zu viele Optionen auf einmal geboten und die Auswahl ist riesig. Meine Lieblingsclubs gefallen vielleicht nicht jedem, heißen aber auf jeden Fall Kater Blau, Sisyphos, Ipse und Club zur Wilden Renate. Für alle unter euch, die keine Lust auf Clubbing haben, aber dennoch nicht um 8 ins Bett wollen, kann ich euch nicht allzu viele Bars empfehlen (bin halt nicht so der Bar-Mensch, sorry), finde aber das Wohnzimmer im Prenzlberg super, die Spätis am Rosenthaler, An einem Sonntag im August und eigentlich alle Kneipen im Simon-Dach-Kiez. Enjoy! 🙂

SONNTAG

Nachdem sich alle schön ausgeschlafen haben und je nachdem, wie spät es gestern noch wurde, habt ihr ja nun einige Frühstücksoptionen. Traditionell würden euch nun wohl viele Leute empfehlen, am Sonntag in den Mauerpark zu gehen und dort durch die Stände zu stöbern, euch Streetfood zu holen und ab 14 Uhr im Amphitheater beim Karaoke mitzusingen. Könnt ihr machen! Mir persönlich ist es dort oft wirklich zu voll und überlaufen und oft gehe ich nur noch meinen Freunden zuliebe hin, haha. Wenn ihr einen schönen Flohmarkt sucht, kann ich euch den am Arkonaplatz empfehlen, dort solltet ihr aber nicht zu spät aufkreuzen. Nun könnt ihr den Rest des Tages durch die Straßen bummeln, vielleicht doch noch das ein oder andere Sightseeing mitnehmen, oder noch einen kleinen Ausflug planen. Was absolut sehenswert ist, ist der Teufelsberg, der etwas außerhalb im Westen Berlins liegt. Der Teufelsberg ist eine ehemalige russische Abhörstation, die heute voll mit Graffitikunst ist und einen richtig tollen Ausblick bietet. Dafür solltet ihr auf jeden Fall mit Hin- und Rückfahrt und Zeit dort 3 Stunden einplanen, damit ihr pünktlich wieder zur Bahn oder zum Flughafen kommt.

… und das war es wohl, ein Wochenende, wie ich es mit euch als Besuch in Berlin verbringen würde. Ich hoffe, dass für den ein oder anderen von euch ein paar neue Tipps dabei waren. Wenn ihr noch etwas zu ergänzen habt, dann bitte immer her damit! Dieser “Guide” würde wohl sowieso nie ein Ende finden, denn wie schon gesagt: eine Woche nicht in Berlin und schon gibt es eine Handvoll neue Plätze auszuchecken. Ich wünsche euch ganz viel Spaß dabei!

6 Kommentare

  1. 3. September 2018 / 12:09 pm

    Ein super schöner ausführlicher Guide! Ich liebe es jedes Mal von neuem in Berlin neue Ecken, Flohmärkte, Second Hand Shops oder Cafés anzusteuern, aber man muss einfach sagen, dass man in dieser Stadt für eine Weile wohnen muss, damit man die ganzen tollen Food Spots wirklich kennen lernen kann *-* (und einiges an Geld damit man ständig Essen gehen kann :D) aber das würde ich mega gern mal machen. So 2 Monate in Berlin wohnen und den Vibe der Stadt nicht als Touri, sondern als Bewohner wahrnehmen 🙂

    Liebste Grüße
    Pauline <3

    https://mind-wanderer.com/2018/08/30/we-drown-in-plastic/

    • melinaophelia
      Autor
      18. September 2018 / 3:04 pm

      Nach 2 Monaten bekommst du sicherlich auch Lust auf mehr. 🙂

  2. 5. September 2018 / 9:07 pm

    Was für ein schöner Post! Bei den meisten Tipps stimme ich dir absolut zu, so ein Wochenende würde ich auch jedem empfehlen! Was ich dringend mal ausprobieren muss ist Attila, dort habe ich es irgendwie noch nie hingeschafft…

    • melinaophelia
      Autor
      18. September 2018 / 3:04 pm

      Es ist schon sehr lecker! Bisher kenne ich nur den Sushi-Burger und freue mich, noch mehr zu probieren 🙂

  3. 16. September 2018 / 5:18 am

    Thank you for sharing this post 🙂 Berlin is one of my favorite places in the world, and I am trying to learn German so it was interesting to read what you wrote <3
    https://moonemma.com/

    • melinaophelia
      Autor
      18. September 2018 / 3:05 pm

      awww I’m so happy it helped xx

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