someone that loves you

you want me close
so I hear you
I thought I made it clear
don’t whisper in my ear

My heart
it keeps getting weaker

I know you want me near
but your love is what I fear

It’s beautiful, the way you move
But what’s a boy to do
when he can’t seem to choose?

Yeah I’m beautiful
but I must explain

My mind’s not in a good place
and so the comedown plays

Ich sitze in der Tram auf dem Weg nach Hause. Es ist nach 22:30 an einem Mittwoch, es ist frisch geworden und das obwohl der Sommer letzte Woche offiziell in Melbourne begonnen hat. Ich gucke aus dem Fenster, bemerke mein Spiegelbild darin, gucke schnell wieder weg. Die Bahn ist voll. Genau wie mein Herz. „Wie kommt es eigentlich, dass man in einem Moment so tief sinken und so gebrochen sein kann und dann, einfach so, ein Jahr später hat alles eine 180 Grad-Wendung genommen“, denke ich mir. Okay gut, einfach so ist leicht gesagt. Es hat lange gedauert, es hat viele „mir geht’s gut“ gebraucht, die gelogen waren, viel falsches Lächeln, viel zu viel Zeit mit Kopfzerbrechen und Freunde, die irgendwie doch noch mein Gesicht ertragen haben. Es hat mich Unmengen an Flugmeilen gekostet, endlose Nächte, Schlaf, Augenringe und vor allem eines: Zeit.

Wie kann es sein, dass jemand, dem so lange eingetrichtert wurde, dass es schwach ist, sein Herz zu öffnen, es doch wieder tut? Warum? Weil wir nicht alleine sein können? Weil wir daran glauben müssen, dass irgendwo tief in unseren Mitmenschen ein Kern ist, der doch nicht verkehrt ist und auf den wir vielleicht doch vertrauen dürfen? „Verbock’s jetzt nicht wieder, nur weil dein Hirn kaputt ist. Okay?“. Okay. Ich sage es mir immer wieder, mindestens drei mal täglich. Eins, zwei, drei. Und es funktioniert, glaube ich.
An manchen Tagen vermisse ich Berlin. Die Altbauten im Prenzlberg, meine Freunde, die Ringbahn und meinen Lieblingsvietnamesen. Drei Jahre nach meinem Umzug in diese Stadt habe ich den besten Freundeskreis gefunden, die schönste Wohnung mit der besten Mitbewohnerin, ein Studium, das mir so viel gibt und eine Stadt, in der ich mich so gut auskenne wie in meinem Portemonnaie, zurückgelassen. Dieser Gedanke hat mich lange beschäftigt. Warum gehst du jetzt wo es so gut ist? Jetzt wo endlich alles stimmt? Tut es das? Und dann ging alles so schnell und die Flieger hob ab und der dunkle Gedanke mit ihm. Auf einmal gibt es neue Erinnerungen, schöne Momente, wovon mir in den letzten Wochen so viele geschenkt wurden, dass ich mich selbst mal kneifen sollte. Momente, die dafür verantwortlich sind, dass ich mich mal ein paar Tage an Stück nicht melde, nichts poste, und zum Glück keine Sekunde einen Gedanken daran verschwende, ob das jetzt schlimm ist. Momente, die ich anhalten, einatmen und für immer festhalten will. Und dann vermisse ich Berlin kein bisschen. Das harte Pflaster, das alleine-sein-wollen, die Unverbindlichkeit und die Kälte. „Live in Berlin once, but leave before it makes you hard“ – da ist vermutlich einiges dran. Vielleicht ist das die Kunst an der ganzen Sache: an einen neuen Ort zu gehen, sich etwas aufbauen und dann, bevor es richtig gut wird, wieder zu gehen und alles, was man dort gelernt hat, in seinem Herzen speichern zu lernen und mit anderen zu teilen. Liebe an sich heranzulassen, alle Gefühle mitzunehmen. Denn seien wir mal ehrlich – wir nehmen doch lieber alle Höhen mit und nehmen dafür die Tiefen in Kauf, als gar nichts zu fühlen. Let’s go.
 

All photos are shot in Seminyak by the amazing Oliver Jöström.

2 Kommentare

  1. 8. Dezember 2017 / 5:24 pm

    So ein schöner Text, der direkt Gänsehaut erzeugt. 🙂
    Viel Freude & Sonne wünsche ich dir in Melbourne! Durch deine Beiträge & InstaStory kriege ich immer mehr Lust endlich nach Australien zu reisen.
    Liebe Grüße ♥

  2. 8. Dezember 2017 / 5:57 pm

    Wenn ich diesen Text lese und dazu die Bilder sehe bekomme ich richtig Gänsehaut…
    In weniger als einem Jahr könnte ich an dieser Stelle stehen und unendlich viele neue Möglichkeiten vor mir haben und ich kann es kaum erwarten!
    In Berlin habe ich dann zwar nicht gewohnt, aber trotzdem lasse ich mein altes Leben, meine Familie und Freunde zurück um die Freiheit und das alleine-sein zu erleben…

    Liebe Grüße
    Pauline <3

    http://www.mind-wanderer.com

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