DASS DU WEIßT DASS ICH WEIß WAS ICH WILL

Du bist schon wieder bei mir.
Niemand außer dir, schafft es besser mit den Worten zu jongliern,
so dass ich selber schon routier bei jedem Satz.
Du hast Recht eigentlich ist alles gesagt. Und ich frag ob du bis morgen bleibst.
Ich bin schon müde es wär schön wenn du noch oben bleibst.
Das alte Muster strickt sich leicht doch frisst uns auf.
Jeder Schmetterling von damals, nur noch Motten im Bauch.

Und wieder grüßt das Bauchgefühl
und es sticht immer dann von der Seite wenn der Kopf schon auf dem Boden liegt.
Und dann wird alles wieder aufgewühlt.
Wieder nur ehrlich zu mir selbst
ich Idiot.
Wenn es sich überhaupt nicht mehr lohnt.

Wieso schaust du mich so an?
Als wär hier irgendetwas dran, das unsre Welt verändern kann.
Ich kanns nicht.
Frag mich worauf du wartest.
Du suchst nach deiner Schuld warum der Kaffee nicht mehr warm ist.
Wir haben es versucht, hab den Filter aufgerissen, im Kaffeesatz gesucht.
Drei Jahre lang gewartet, den Februar verflucht. Alles wieder aufgebrüht,

doch nirgendwo warst du.

Kaffee Warm III – OK Kid

Es ist Sommer, irgendwo in Deutschland. Wie pathetisch diese Worte klingen? Es ist Sommer und es geht mir gut. Bisschen dramatisch, aber hey, Ja, wirklich. Es ist Sommer und es hat lange gedauert aber es geht mir gut. Ich stehe auf und öffne das Fenster und der lilafarbene Himmel riecht nach nassem Gras, nach altem Putz und einer aufgeregten Stadt. Aufgeregt oder aufregend, hm? Einer Stadt, die neugierig ist, die laut wird und pöbelt und wo man um 4 mit der Ringbahn nach Tempelhof fährt um sich den Sonnenaufgang anzugucken, man alte Kippenstummel noch 3 Wochen lang im Treppenhaus liegen lässt und wo man umarmt und sich glücklich macht. Wir sind gut zueinander, wir passen aufeinander auf. Stimmt doch, oder? Es ist Sommer irgendwo in Deutschland und es hat lange gedauert, echt verdammt lange, aber vielleicht war das gut so. Irgendwann dachte ich mir halt hey, so kann das jetzt echt nicht weitergehen und bin aufgestanden und habe wieder angefangen zu laufen. Manchmal sogar zu joggen, ha! Und vielleicht musste es so sein, sag ich mir. Ich steige in die U8 und Orte sind verheilt. Berlin schließt Orte nicht aus, das eine muss das andere nicht für immer kaputt machen. Wir gehen was trinken, Radler weil irgendwie ist 2017 der Sommer des Radlers, also nicht wirklich wir, aber ein besseres wir und der Ort ist wieder heil. Der Himmel wird lila und er tröstet so sehr. Wir haben lange nicht geweint und wenn dann nur, weil wir aufeinander aufgepasst haben und wir so verdammt glücklich sind, gut zueinander sind. Und wir uns das sagen. Du machst mich glücklich. Ich mag dich. Du tust mir gut. Ich will dich sehen. Und dafür keine Schwäche sehen, nicht darin. Das kann ganz schön befreiend sein, den anderen nicht immer erst mal auszulachen, weil er mehr Gefühle zeigen kann als man selbst, weißt du. Es ist Sommer, irgendwo in Deutschland. Berlin, vielleicht. Der Himmel ist lila, es riecht nach Verheißung und es hat lange gedauert, nicht zu lange, sondern genau richtig. Und wie pathetisch diese Worte klingen. Und ich bin wieder glücklich, wirklich. Und nirgendwo bist du.

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6 Comments

    • melinagr4
      18. Juli 2017 / 9:22 am

      <3

  1. Nina
    18. Juli 2017 / 10:39 am

    Es tut so gut deine Texte zu lesen. Dafür gibt es keine Worte.
    <3

    • melinagr4
      26. Juli 2017 / 3:08 pm

      <3

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