MY 3 DAYS JUICE CLEANSE



Es ist Dienstag, der 31. Januar. Ich wache, wie so oft in letzter Zeit, mit einem gewaltigen Kratzen im Hals und einer verstopften Nase auf. Seit circa zwei Wochen schiebe ich das Krankwerden so vor mir her, unterdrücke es immer wieder wegen Unistress, Verabredungen mit Freunden und vor allem mit viel, viel Ingwertee.
Uni, Arbeit, Blog, Fashion Week, Reisevorbereitungen, Stress. Ein (entkoffeinierter) Kaffee mit Sojamilch und Süßer zwischendurch, Naschis in der Bib, gezuckerter Sojajoghurt, Srirachasauce auf so ziemlich all meinen Mahlzeiten, wenig Schlaf, viel auswärts essen und wenn meine Freunde am Wochenende Wein trinken wollen, dann trinke ich natürlich einen mit. Oder zwei. Hinzu kommt, dass ich seit über einer Woche Ibuprofen wegen meiner Sehnenscheidenentzündung nehme und das obwohl ich normalerweise die bin, die selbst am hundertsten Tag mit Beschwerden keine Medikamente nimmt.

Ich brauche einen Neustart, einen Reset-Knopf, der meinen Körper entlastet und reinigt und ihm einfach mal die Pause gibt, nach der er seit Wochen vergeblich schreit. Es gibt so viele Gründe, warum Menschen sich für einen „Detox“ entscheiden, die oben genannten Ereignisse sind meine. Deshalb habe ich mich entschieden die Saftkur von Kale & Me für mich auszuprobieren. Im Gegensatz zum „normalen“ Fasten, bei dem man gar nichts zu sich nimmt, wird hier der Körper mit den Mineralien und Vitaminen von frischem kaltgepresstem Obst und Gemüse versorgt, ohne sich um die anstrengende Verdauung kümmern zu müssen.
Entschieden habe ich mich hierbei für die Saftkur von Kale and Me, da ich viel Gutes von der Kur gehört habe und sich die Säfte sehr lecker für mich klingen.
Zusätzlich habe ich mich nach einiger Recherche dazu entschieden Glaubersalz zur Unterstützung der Entgiftung und zur Vorbeugung gegen eine „Rückvergiftung“ zu trinken.

TAG 1

Ich wache um 8:30 Uhr auf und fühle mich richtig schlapp. Der Hals kratzt, der Schädel dröhnt und leider kenne ich das seit einigen Wochen schon viel zu gut. Ich mache heißen Ingwertee, würge eine Tasse mit heißer Glaubersalzlösung runter und versuche Mails zu machen. Gegen halb elf kann ich mich nicht mehr so gut konzentrieren und checke die DPD-Sendeverfolgung. Mist, das Paket kommt erst gegen 14 Uhr. Na gut, zum Glück habe ich meinen eigenen Entsafter und starte um halb 12 mit einem Karotte-Ingwer-Apfelsaft. Mit ein bisschen Glukose im Blut lassen sich die Mails auch gleich viel besser beantworten. Ich putze die Küche, sauge die Wohnung, mache Wäsche und lenke mich echt ganz gut ab, aber …

Ab 13 Uhr refreshe ich die DPD-Seite ungefähr alle 5 Minuten und bin überglücklich, als um 14:30 endlich der DPD Mann klingelt. Kaum sind die Säfte auf dem Balkon gelagert (wie gut, dass noch Winter ist, im Kühlschrank wird es mit 2 Mitbewohnern und 18 Saftflaschen nämlich etwas eng), öffne ich auch schon die erste Pulle. Pamela Pine heißt die Gute und ich finde den Geschmack von Apfel, Ananas, Gurke, Zitrone und Minze machen sich überraschend gut.

Ich fühle mich etwas ausgekühlt und kränklich und lege mich ins Bett, wo ich auch gleich Catie Carrot öffne (Apfel, Karotte, Zitrone). Irgendwie schmeckt mir nichts mehr. Ich fahre zu meinem Orthopäden, der sich mal meine Sehnenscheidenentzündung angucken soll und bekomme noch im Wartezimmer Schüttelfrost. Wieder zu Hause angekommen fühle ich mich unruhig, trinke Pulle 3 (Al Avoca: Avocado, Ananas, Spinat, Zitrone), fühle mich nicht besser, überspringe ich ein paar Nummern und trinke direkt Saft Nummer 6, Amy Almond. Nach der Mischung von Mandeln, Dattel und Meersalz bin ich auf einmal richtig platt und schlafe ein. Als ich um 23 Uhr wieder aufwache fragt mein Mitbewohner ob ich Hunger habe. Ich schüttele den Kopf. Nein, Hunger hab ich echt keinen. Aber Appetit. Ich überlege mir, dass es sinnvoll wäre, meinem Körper mal etwas Warmes zu geben und fange an Kürbis auf dem Herd zu dünsten. Das wäre von außen gesehen vielleicht ein Cheat, allerdings denke ich in dem Moment nur daran gesund zu werden und nicht an irgendeine Kur. Noch während der Kürbis warm wird fallen mir fast die Augen zu und ich lege mich ohne Essen in’s Bett.

TAG 2

Verbringe ich im Bett. Irgendwie bin ich richtig froh, die Säfte zu haben, da sie mir etwas Energie geben und ich mich um kein Gekoche kümmern muss. Ich gucke Suits und trinke viel heißen Ingwertee. Am zweiten Tag wirkt auch das Glaubersalz dann so richtig und ich fühle mich absolut elend. Ich wärme den Kürbis von gestern auf. Er schmeckt mir nicht. Der Tag endet mit Amy Almond, Harvey und einem leeren Bauch, dem es aber irgendwie gar nichts ausmacht, mal leer zu sein.


TAG 3

Und es geht mir überraschend gut. Völlig euphorisch beschließe ich, nachmittags ein Seminar in der Uni zu besuchen. Hunger habe ich immer noch keinen und die Finger vom Glaubersalz lasse ich heute auch. Würg. Auf dem Weg zu meinem Kursraum komme ich an der Mensa vorbei und finde, dass die Tortellini heute besonders eklig riechen. Ich sitze in der Diskussionsrunde und sippe an Rosy Roots. Irgendwie tun mir die Zähne weh. Liegt das an der vielen Fruchtsäure? Ich bereue sofort zur Uni gegangen zu sein und lege mich wieder zu Hause erst mal hin. Leider muss ich heute unbedingt beim Zoll ein Päckchen abholen, da es sonst zurück in die USA geschickt wird (und ich Dinge immer erst auf den letzten Drücker erledige). In der Bahn trinke ich Kalvin Kale (mein liebster! Saft von allen mit Apfel, Gurke, Sellerie, Spinat, Grünkohl und Zitrone) und mir wird immer kälter. Zum Glück sind die Zollbeamten das Gegenteil des Beamtenklischees und helfen mir schnell weiter. Zu Hause trinke ich den letzten Saft für heute und bin dabei quasi am Erfrieren. Ich beschließe, dass hier Schluss ist und koche mir Süßkartoffel mit einer halben Avocado und etwas Gemüse. Und Surprise: es schmeckt nicht.

TAG 4

… der Tag danach. Ich habe immer noch keinen Hunger, was mich als Nimmersatt wirklich schockt. Mein Magen muss sich erst mal wieder an normale Portionen gewöhnen. Im Nachhinein bin ich unglaublich froh, die Kur trotz Kranksein gemacht zu haben, auch wenn mir meine Freunde erst mal den Vogel gezeigt haben. „Du musst was essen, gesund werden ist wichtiger als Saftfasten …“ – absolut richtig. Bloß hatte ich einfach drei Tage lang keinen Appetit und war unglaublich dankbar, bereits die Säfte zu haben und mich um nichts kümmern zu müssen. Ich denke, es ist am wichtigsten auf seinen Körper zu hören und egal ob krank oder nicht: wenn ich während der Kur Hunger bekommen hätte, hätte ich sofort eine Suppe oä gegessen. Was ich versucht habe. Nur hat einfach nichts davon geschmeckt.

Ob drei Tage lang Saft trinken etwas ist, worauf man stolz sein muss, weiß ich auch nicht so genau. Ich bin froh, die Erfahrung mal gemacht zu haben, auch wenn ich es von außen betrachtet nicht ganz durchgezogen habe. Es war aber definitiv mein Reset-Knopf, um mal 3 Tage Pause von allem Schädlichen und Künstlichen zu haben und meine Geschmacksnerven werden es mir danken. Dieser Erfahrungsbericht ist vermutlich etwas anders als die, die man sonst so im Internet findet. Aber es ist meine Erfahrung und die wollte ich gerne gesammelt mit euch teilen.
Übrigens: die leeren Flaschen kann man kostenlos an Kale & Me zurücksenden, was nicht nur meine Mülltonne und ich, sondern sicher auch die Umwelt super findet.

Würdest du die Kur nochmal machen?

Ja! Aber im Sommer, wenn man nicht nach jeder Flasche ins Bett kriechen muss. Außerdem würde ich bei der nächsten Saftkur gerne mal nur grüne Säfte oder 50/50 grün und grün-fruchtig trinken. Der dauerhaft süße Geschmack war das Einzige, was mich etwas gestört hat.

Falls ihr noch Fragen habt, stellt sie gerne in die Kommentare, damit auch zukünftige Leser die Antwort dafür bekommen. Ich mache mir jetzt mal Süßkartoffelpommes und wünsche euch einen guten und vor allem gesunden! Start in den Februar.

xx

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4 Comments

  1. 3. Februar 2017 / 8:53 pm

    Ich musste die Saftkur nach einem Tag abbrechen, weil mir ständig schwarz vor Augen wurde und das leider nicht mehr weg ging. Als Reset Knopf ist sie aber in meinen Augen super.:)
    Vielleicht mache ich sie nochmal mit etwas Essen.
    Liebe Grüße, Christin Sophie von
    http://www.christinsophie.com

    • 9. Februar 2017 / 11:42 am

      Oh krass! Ich weiß auch nicht, ob ich sie ohne so viel zu liegen so gut geschafft hätte. Mit z.B. gedünstetem Gemüse kann ich mir aber sehr gut vorstellen, dass das klappt 🙂

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