DIET UPDATE


Ihr lieben,

Heute kommt der Post, den sich viele von euch gewünscht haben: ein Update zu meiner derzeitigen Ernährung.

Ein paar von euch
werden sich vielleicht noch erinnern, als ich im Frühjahr 2014 meinen Instagram-Account gestartet und angefangen habe mich nach den Regeln von raw till 4 zu ernähren. Für alle die nicht
wissen was das ist: man nimmt ein rohes Frühstück und Mittagessen
zu sich und abends isst man ein großes gekochtes Abendessen. Also
z.B. einen Smoothie gefolgt von einem Obstsalat und abends Reis mit
Gemüse.

Hier könnt ihr noch mehr dazu lesen. 

Zu der ganzen
roh/gekocht-Sache kommen aber noch ein paar andere “Regeln”
hinzu:

Kein Obst nach
einer gekochten Mahlzeit. Sehr wenig bis gar kein Fett. Kein Öl.
Kein Salz. Viel trinken. Mindestens 2500 Kalorien am Tag. Ausdauersport. Früh
schlafen gehen. Kein Koffein. Bla bla bla bla.
Versteht mich bitte nicht falsch – als ich all diese Regeln befolgt habe, ging es mir super! Ich hatte unheimlich viel Energie, strahlende Augen und Haut, hatte trotz riesigen Portionen an Essen eine sehr schlanke Figur und war immer gesund.

Was mich jedoch lange, lange beschäftigt hat, war die Tatsache, dass ich, obwohl ich mich beim Sport wie eine Blöde abrackerte, einfach keine Erfolge beim Muskelaufbau erzielen konnte. Ich bin niemand, der als dürrer Stock durch die Gegend laufen will – ich will einen Hintern, schöne Schultern, einen starken Rücken, und und und. Dass man mit 30g Eiweiß und 5g Fett am Tag nicht wirklich in diese Richtung kommt, wollte ich lange einfach gar nicht einsehen.
Damit will ich nun nicht sagen, dass jeder 500g Eiweiß am Tag braucht und high carb etwas Schlechtes ist. Jedoch bin ich nicht die Einzige, die die Erfahrung gemacht hat, dass man sich mit etwas mehr Fett und etwas mehr Protein nicht nur besser fühlt, sondern auch besser aussieht. Mittlerweile bin ich zwar 4kg schwerer als vor 2 Jahren, konnte meinen KFA jedoch um einige Prozente senken und bin viel glücklicher mit meiner Figur.

Zum Spiegelbild kommt auch das Wohlbefinden hinzu: während ich mich hauptsächlich von Datteln, Bananen und Kartoffeln ernährt habe, blieb meine Regel aus, meine Fingernägel waren richtig brüchig, mir war immer kalt, ich hatte ständig Hunger und das, obwohl ich oft um die 3000 Kalorien täglich zu mir nahm. Dazu kam die „Angst“ davor, etwas falsch zu machen. Angst, dass die Bedienung mich komisch anguckt, wenn ich nach „kein Salz, kein Öl“ frage, Angst, spät mit Freunden zu essen und Angst davor, nicht genug Sport zu machen. Viel zu lange habe ich auf die Empfehlungen anderer Leute gehört, die nichts mit meinem eigenen Körper zu tun hatten. Koffein ist schlecht, Kakao ist schlecht, wenn du Wassermelone nach dem Abendessen isst, bekommst du einen Blähbauch … na und? 

Ich glaube, das einzige, was ich mitgenommen habe von Raw Till 4 ist, dass ich immer noch ohne Öl und ohne Salz koche, auswärts ist das natürlich etwas anderes. Dennoch liebe ich den Geschmack von Kaffee und den von Kakao erst recht. Ich trinke mittlerweile wieder alle paar Monate mal ein wenig Alkohol, esse Burger, esse massig Avocado und ich gehe gerne bis mittags tanzen. So what? Dennoch würde ich meine Essgewohnheiten und meinen Lebensstil als sehr gesund und ausgewogen beschreiben. Ich habe für mich selbst herausgefunden, dass ich meine Ziele mit 20 Bananen am Tag nicht erreiche, und dass es mich auch nicht ungesund oder unglücklich macht, aus gewissen Regeln meine eigenen zu formen.

Mittlerweile esse ich keine zwanghaften 2500 Kalorien am Tag, ich trinke Kaffee, ich esse Eiweispulver und Chiasamen und Avocado und Salz und Gluten – so viel ich will. Ich bin länger satt von meinem Essen und denke auch nicht mehr den ganzen Tag darüber nach. Ich zähle keine Kalorien aber ich würde sagen in einer Woche ist alles zwischen 1600 und 2800 dabei. Natürlich immer noch vegan. Den Schritt habe ich aus ethischen Gründen begangen und da gibt es nach fast 4 Jahren auch kein zurück.
Ich komme locker auf 80g Eiweis am Tag (zähle ich nicht genau aber ja, mit mehr lässt sich auch mehr aufbauen), Fett interessiert mich nicht und Kohlenhydrate erst recht nicht. Ist mir zu stressig. Und komischerweise funktioniert dennoch momentan alles so, wie ich es mir wünsche – auch ohne strikte Makros. Schließlich bin ich keine Bikiniathletin.

Dogmatische, strikte Regeln waren noch nie mein Ding. Das ist auch einer der Gründe, weshalb das Essen auf meinem Instagram-Account so in den Hintergrund gerückt ist. Ich bin zu beschäftigt damit, coole Dinge zu erleben, etwas mit Freunden zu unternehmen, zu reisen und einfach mein Leben zu leben. Ich habe keine Lust, anderen zu erzählen, warum dieser Low Fat no salt no sugar wasauchimmer ach so gesund für sie ist. Ich möchte niemandem predigen womit ich am meisten abgenommen habe und warum sie dies und das nicht tun sollen. Sollen sie doch selbst entscheiden. Es gibt sooo viel Wichtigeres und das ist es, was ich mitteilen will.

Finde selbst heraus, was für dich funktioniert und was dir gut tut. Kann sein, dass du dich mit 30 Bananen am Tag wohlfühlst, kann aber auch sein, dass es dir mies damit geht. Hör auf deinen Körper, er sagt dir genau, was du brauchst.

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7 Comments

  1. 29. April 2016 / 5:29 pm

    DANKE Melina. Du verbreitest so eine tolle Message und ich hoffe, dass viele Mädels das hier lesen und sich darüber Gedanken machen! Ich hab auch erst mit hclf gestartet, als ich vor jetzt fast einem Jahr vegan geworden bin. Doch so wenig Eiweiß und Fett haben mich eingeschränkt und ich wollte mich nicht mehr von einer Ernährungsform einschränken lassen (komme aus dem low carb Teufelskreis). Du strahlst so ein Selbstbewusstsein aus und viele sollten sich ein Beispiel nehmen. Drück dich! Lg Miri

    • 4. Mai 2016 / 10:41 am

      Danke liebe Miri! Ich bin so froh zu lesen, dass du dich von nichts einschränken lassen möchtest. Ganz liebe Grüße :*

  2. 24. Mai 2016 / 11:10 am

    Wirklich ganz toll geschrieben und bin ganz deiner Meinung 🙂
    xoxo Susanna

  3. 18. Oktober 2016 / 11:01 am

    Du bist wirklich ein großes Vorbild, danke dafür 🙂

  4. 4. November 2016 / 10:59 pm

    Wow ich folge dir schon länger, hab zugegebenermaßen aber noch nie deinen Blog gelesen. Heute bin ich zufällig auf diesen Beitrag gestoßen und du sprichst mir aus der Seele! Ich drücklaufe gerade das wovon du geschrieben hast und hoffe auch bald wieder ein gutes und entspanntes Verhältnis zu essen zu haben. Dafür ist es einfach eine zu tolle Sache 🙂
    Aber vegan werd ich sicher auch in Zukunft bleiben! Für die Toere, gegen den Hunger und die Umweltverschmutzung und ein kleines bisschen auch für meine Gesindheit 😉

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